Das dreigeschossige Anwesen Kaufhausgasse 9 weist mit einzelnen Bauelementen bis in das 15. Jahrhundert zurück.
Wie Baufugen erkennen lassen, ist im darauffolgenden Jahrhundert in die Bausubstanz nachhaltig eingegriffen worden, was ein Zusammenwachsen zu einem geschlossenen Baukomplex mit fast quadratischem Grundriss zur Folge hatte. In diese Umbauphase ist auch der Renaissance-Treppenturm mit seinen für die Stilepoche typischen, aufsteigenden Fenstern einzuordnen.
Sieht man von der barocken Brunnen-Zutat von 1698 ab, so hat die Festungszeit der Stadt Landau (1688 - 1871) kaum Spuren an dem Vier-Flügel-Bau mit seinem malerischen Arkadenhof hinterlassen. Zu baulichen Veränderungen des Hauses ist es dann erst wieder um 1850 gekommen.
Ein letzter nachhaltiger und bedeutsamer Eingriff ist durch die neue Zweckbestimmung notwendig geworden. In den Jahren 1983 bis 1987 wurde der gesamte Baukomplex umfassend saniert und restauriert.
Die Geschichte des Hauses als Wirtschaft und Herberge ist mit den unter sich verwandten Landauer Bürgergeschlechtern Kempf, Stiehler, Geropp und Schneider eng verknüpft. Seit 1601 bis weit in das 19. Jahrhundert besaßen diese Familie die Wirtschaft „Zur Blum“.